Brasilien Rundreise - Thermik und andere Geschichten

25.12.2016

Wie immer versuchten wir bei unserer Rundreise am richtigen Ort zu stehen: Porto Alegre ganz im Süden war somit unser Ziel. Auch wenn einige vielleicht bei der Ankunft noch zweifelten, denn der strömende Regen liess nicht grad auf Flugwetter hoffen, so war dieser Gedanke aber ab dem nächsten Tag vergessen… Eine wirklich sehr schöne Woche mit richtig guten Flugbedingungen und jeden Tag verschiedenen Gebieten erwartete uns.

Los ging es in Igreijinha, und gleich war klar wer welchen Fokus hatte; Andreas lockte wie jeden Tag alle mit sich in die unbekannte Dschungelwelt, auch wenn er dann ab und an mal stehengelassen wurde! Koni, Tim, Ralf und Max folgten dem Ruf der Weite sofort, Joe wurde zur „starting machine“, ein anderer Teil war sich noch nicht sicher ob das mit der Thermik auch gut wäre, aber wurden dann doch am Ende der Woche auch beim kreisen gesichtet und die alten Hasen mussten sich schnell damit abfinden dass die jungen „fliegenden Küken“ Lorena und Lea nur schwer abzuschütteln waren und munter allen um die Ohren flogen…

In Sapiranga erwarteten uns am nächsten Tag feinste XC Bedingungen, es wurde sich mit dem Flachland angefreundet, Lea und Dirk testeten die Golfrasenqualitäten beim Landen in diversen Villen, Daniel zauberte ein sauberes Dreieck an den Himmel und alle konnten den Tag bis zuletzt optimal nutzen.

Ein weiteres Mal wurden wir von den „gepflegtesten Startplätzen“ dieser Welt überzeugt; Nova Petropolis verdient diesen Titel mit Sicherheit. Der schöne Flugtag war schon fast vergessen, denn es wartete direkt am Landeplatz ein feines Churrasco was hungrig verspeist wurde.

Ein Ausflug Richtung Küste stand heute auf dem Plan; während von manchen der Rampenstartplatz noch kritisch beobachtet wurde, war natürlich Andreas schon in der Luft und wurde bald von Manfred, Uli, Daniel und Lea begleitet.

Die geduldigen wurden dann später noch belohnt und konnten am Abend noch einen wunderschönen „sundowner soaring flight“ geniesen.
Der Tag heute lies nur ein kurzes Fenster erwarten und wir standen pünktlich am Startplatz als die Sonne sich blicken lies. Auch Rolante bietet neben einer wunderschönen Auffahrt eine super Rundumblick und nicht zuletzt einen perfekten Startplatz. Auch dort wurde nicht lang gefackelt und es waren alle am Himmel verschwunden, bzw. vom Startplatzhund mit wildem Gekläff über die Kante gejagt. Auch wenn er sich dabei jedes Mal fast das Genick brach, war er doch bei jedem wieder fit und munter parat. Selbst Thomas der es mit sanfter Gewalt versuchte und Lea die sich über eine kurze Freundschaft versuchte sein Vertrauen zu gewinnen, scheiterten kläglich!

Nun stand ein Umzug nach St. Catarina auf dem Plan. Die Praia Mole auf der Insel Santa Catarina wurde für die nächsten zwei Tage unser Spielplatz. Auch wenn der Wind nicht ganz perfekt seine Richtung fand, bzw. sich bald wieder änderte konnten wir doch ein paar Stunden über diesen schönen Stränden nutzen. Einige fanden dann auch bald das Beachleben interessant und wurden nicht mehr am Startplatz gesichtet.

Weiter ging die Reise ins Inland. Ein aussergewöhnlich guter Tag erwartete uns in Gaspar. Blauthermik, aber wunderschön zu fliegen und vor allem „Millionen“ von schwarzen Geiern, die jede Thermik garnierten und anzeigten. So gab es fast keine Chance an der Thermik vorbeizukommen. Manchmal entstanden völlig skurille Thermikschläuche, man hatte das Gefühl inmitten einem schwarzen Bienenschwarm gen Himmel zu drehen. Am Abend wurden dann die geduldigen mal wieder belohnt, es stellte sich noch eine Konvergenz Linie ein, die uns über das ganze Tal segeln lies und noch ein höheres Stockwerk eröffnete, bzw. vor allem auch den Schlüssel zur kühleren Luft bot, die sehnlich erwartet wurde… Mit breitem Grinsen im Gesicht landeten Andreas und Lea dann nah an der Stadt und erst nachdem sich Max versichert hatte was das für merkwürdige weisse Tiere seien, die in Herden um die Schirme kreisten, war er auch zu bewegen endlich seine Füsse wieder auf den Boden zu stellen!

Zum Abschluss wurden wir noch mit einem Tag am „ Morro Azul“ belohnt. Der blaue Berg der seinen Namen zu Ehren trägt, bot uns trotz beständiger 8/8 Bewölkung Thermik und dynamischen Aufwind vom Feinsten. Woher auch immer es kam, es war perfekt! Der Knaller des Tages war dann das anschliessende Churrasco auf Sergios Fazenda. Nachdem der Cachaça in unendlichen Caipis verschwunden war, das feinste Grillgut der ganzen Reise verspeist war und irgendwelche findigen Personen herausfanden wie man die Playlist des Telefons an die Boxen anschliesst, gab es kein halten mehr….Details bleiben in der „Familie“ aber es war sehr lustig…!
Den letzten Tag nutzten wir um zurückzufahren, bzw. um festzustellen das manche noch leichte Nachwehen der letzten Nacht hatten und der Wind eh zu stark vom Meer blies.

Eine wirklich coole Reise mit sehr vielen lachenden Gesichtern und richtig guten Flugbedingungen. Wir freuen uns aufs nächste Jahr.

Text: Michael Gebert

Fotos: Federico Kutscheidt, Michael Gebert

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