Georgien

07.09.2019

Georgien 2019 - Flywithandy

Um die Reise durch Georgien auf den Punkt zu bringen, passt wohl ganz gut der Satz von Eric. Während er im Zentralkaukasus durch die 4000er und 5000er flog, das unendliche Bergpanorama mit unzähligen Gletschern und Gipfeln passierte, funkte er nur: „Ich glaub mir kommen gleich die Tränen, so faszinierend ist das hier!“

Von Beginn an stand die Reise unter einem guten Stern. Es entwickelte sich ein super „flow“ aus einer perfekt für dieses Abenteuer eingestellten Gruppe, genügend Spontanität,  fliegerischen Voraussetzungen und gutem Zusammenhalt. Somit konnten wir die Bedingungen perfekt nutzen und schlussendlich von Ost nach West aussergewöhnliche Flüge in verschiedenen Bedingungen und an ganz verschiedenen Orten realisieren.
Insgesamt ist Georgien noch fliegerisches „Neuland“ und es gibt viel zu entdecken. An wenigen Orten hat sich ein mehr oder weniger aktives Biplace Geschäft entwickelt - ansonsten werden die Grenzen nur durch die Geländegängigkeit der Autos sowie die Wanderlust und die Entdeckerfreude der Piloten gesetzt.

Nach dem Eingrooven in den Hügeln von Tiblisi wechselten wir dann schnell in die ersten ernsthaften Berge nah an der Grenze zu Aserbaidschan. Bald war klar, dass eine so motivierte Gruppe nicht nur zum Sightseeing da ist und sie verschwanden mit fliegerischen „Übergriffen“ nach Russland sehr bald in den hohen Bergen des Kaukasus. Man hatte meist die Wahl zwischen „Kampflinie“ ohne Absaufoption bzw. der etwas entspannteren Linie an den vorderen Ausläufern der Gebirgskette. Alles wurde ausprobiert und am Abend gab es viel Gesprächstoff bei dem sich täglich wiederholenden „Gelage“ mit gutem georgischem Wein. Überhaupt bietet die georgische Küche eine unglaublich geschmackvolle Vielfalt und natürlich auch Menge! An dieser war nichts zu rütteln, aber auch das haben schlussendlich alle ohne Folgeschäden gut überstanden...! Irgendwann gibt’s auch wieder weniger.

Die in unsere spontan gewählte Reiseroute  „eingelagerten“ Neubefliegungen waren jeweils von Erfolg gekrönt und wurden allgemein mit dem Prädikat „top“ ausgezeichnet. Nachdem klar war, dass bei den meisten Auffahrten auch der Weg zum Startplatz schon das erste Abenteuer ist, wurde schnell auf die „georgische Einflugtaktik“ umgestellt, was sich in der Regel auch bestens ausging.

Mystische „San Fermo“ Bedingungen fanden wir im kleinen Kaukasus. Eine surreale Gras- und Hügellandschaft lädt nicht nur zum Fliegen ein, sondern bietet auch unendlich Platz fürs Spielen, Üben und Soaren. Wenn sich dann noch eine passende Brise und die spezielle Wolkendramatik dazu gesellt, dann bleibt wirklich jedem dieser Tag in intensiver Erinnerung.

Einen starken Kontrast bieten auch die „Verhältnisse“ im Land. Man findet Orte, die eher an die Après-Ski Bar in den Alpen erinneren, man findet Bauerndörfer in welchen man sich 100 Jahre zurück versetzt fühlt und man findet eine wunderschöne und interessante Hauptstadt Tiblisi, in welcher es sich wirklich lohnt, mehr als einen Tag durch die Gassen zu streifen.

Wir feierten wilde Geburtstagsnächte, zu denen speziell auch unsere georgischen Freunde und Fahrer ihren entscheidenden Beitrag leisteten. Chacha, der georgische Vodka, gute Stimmung und viel Spass bildeten eine perfekte Mischung! Hiermit auch nochmal einen Dank an Georgi, Andros und Gorgita alias „Johnny“, welche mit ihrem sympatischen, fröhlichen und unkomplizierten Auftreten einen massgeblichen Anteil am Erfolg dieser Reise hatten.

Den optischen und fliegerischen Höhepunkt der Reise erlebten wir dann im westlichen Zentralkaukasus.  Ein Kaisertag mit den schon beschriebenen Gletschern und Gipfeln, einer Basis über 4000 m und keinem Wind. Dort blieb dann wirklich unser aller Herz dort hängen. Eine schönen Flug hatten wir dann wieder mal bei einer Neuentdeckung, ein perfekter Startplatz, eine spektakuläre Kulisse im Hintergrund und ein Plan der Aufging... So macht Reisen und Fliegen Spass!

Einen Dank nochmal an alle, die sich mit uns auf diese Reise eingelassen haben und ständig motiviert für dieses Abenteuer waren! Wir werden mit Sicherheit nächstes Jahr wieder am Start stehen und weiter „entdecken“!

Text: Michael Gebert
Fotos: Michael Gebert, Roli Tröhler, Andre Hemmi

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