Griechenland Ferien und Fliegen in Patras

03.09.2014

Ein Donnerwetter zur Begrüssung
Mit zwei Stunden Verspätung kamen gestern die Piloten von Flywithandy und der Flugschule Jura in Patras an und erlebten gleich eine griechische Premiere. Die Fahrt zum Hotel wurde von so heftigem Regen begleitet, der selbst bei den erfahrensten Griechenland-Flieger für Staunen sorgte. Am nächsten Morgen glaubte deshalb fast keiner an einen guten ersten Flugtag. Glücklicherweise hat sich Petrus auf seine Stärken besinnt und uns eine blaue Störung beschert. Die aussergewöhnlichen Bedingugen ermöchglichten sanftes Aufsoren neben den Wolken wofür man mit spektakulären Flügen über kleine und grössere Cumuli belohnt wurde. Solche einmalige Erlebnisse machen Lust auf mehr! Erstmal geht es morgen früh weiter mit runwithramona. Hiermit senden wir noch einen Aufruf an die Gruppe für nächste Woche. Nehmt eure Laufschuhe mit, es wird fleissig trainiert hier…

Taktisches Tieffliegen
Die fliegerischen Leckerbissen reihen sich hier in Griechenland nahtlos aneinander. Im südlich von Patras gelegenen Gebirge stellt uns das Tagesgangwetter vor einige Herausforderungen, die wir mit kleineren Streckenflugaufgaben meistern. Für einmal liegt der Fokus weniger auf höchstmöglichem Steigen, sondern eher auf taktischem Tieffliegen. Unser “Junge” Jonas hängt sich gleich an die “alten” Griechenland-Hasen Heinz, Walter, Martin und Co. Ein zweites Grüppchen wagt sich wenig später ebenfalls, die Krete des Startberges zu verlassen, über den kleinen Pass zu gleiten und in unbekanntem Gelände die nächsten Schläuche zu finden und den Ziellandeplatz anzusteuern. Abends lassen wir die Seelen beim stundenlangen Thermikfliegen am “Dinosaurierrücken” baumeln.

Die Sache ist heiss...
Kurzes Update von der aufgeheizten (Wetter-)Lage auf dem Peloponnes. Gestern hat die gute Labilität einen Hin- und Rückflug zwischen zwei Fluggebieten ermöglicht. Streckenflug-Neuling Dominic stürzte sich ganz alleine ins Abenteuer und musste am Ende nur gegen den Wind kapitulieren. Kurt hat die paar Meter, die ihm am Vortag gefehlt hatten mehr als doppelt wettgemacht und ist mit der höchsten Linie ins Ziel geflogen. Heute nutzt rund die Hälfte das fliegbare Fenster optimal, die anderen geniessen den nahen Sandstrand und stellen ihre fussballerischen Qualitäten unter Beweis.

Zielflug nach Hause
Und wieder ist eine Woche vorbei in Griechenland. Gestern haben sich alle nochmals in den Himmel über Patras geschwungen, ehe die Ferien für die einen vorbei waren und die nächsten sonnenhungrigen Pilotinnen und Piloten ankamen. Zum gemütlichen Einfliegen sind wir heute vom Panahaiko in Richtung Hotel geflogen. Ganz “nach Hause” hats nicht gereicht, weil die Basis doch nicht bis auf die versprochenen 2000 Meter stieg. Dafür gabs viele mögliche Flugrouten zum austesten. Die einen zogen entlang der Krete davon, andere waren mutig und suchten im Flachland die Blauthermik. Zum Glück können wir hier auf gefiederte Thermikspione vertrauen. Die Hochdrucklage macht sich breit, wir sagen “Kalinychta” und sind ready für morgen.

Über den Wolken
Die spezielle Wetterlage sorgt täglich für neue “Überraschungen” auf dem Peloponnes. Zum zweiten Mal konnten wir beim Soaren die Wolkenbildung durch die kühle Meerbrise live und von oben beobachten. Entsprechend heiss lief die Funkfrequenz. Solche Phänomene sieht man zu Hause selten entspannt aus der Luft. Nur leider blieben fast alle Kameras im Gurtzeug verstaut. Aber die tolle Erinnerung bleibt!

Thermik bis zum Sunset
Auch die folgenden Tage liessen unsere Pilotenherzen höher schlagen. Inmitten grossflächiger Thermik erkundet unsere Truppe experimentierfreudig die abwechslungsreiche Gegend. Zwischen tausend Meter hohem Gebirge und leicht hügeligem Flachland kommen alle auf ihre Kosten. Nika und Felici zeigten, dass auch noch spätnachmittags und ohne superschnelle Schirme Streckenflüge möglich sind. Als i-Tüpfelchen warteten heute Abend (als wir fast schon leise enttäuscht zum Hotel fahren wollten) einmal mehr feinste Aufwinde am beliebten Dinosaurierrücken für einen wunderschönen Flug bis zum Sonnenuntergang.

Die Ära Griechenland 2014 neigt sich dem Ende
Nach knapp vier Wochen auf griechischen Inseln und dem küstennahen Festland kehren wir mit abenteuerlichen Geschichten, vielen entspannten Flugstunden in extrem ruhiger Thermik und intensiven Sommererlebnissen bei angenehmen 30 Grad+ zurück. Auch wenn sich die Wetterbedingungen nicht wie in den letzten knapp 20 Jahren stahlblau präsentierten, konnten wir bis auf einen Tag immer spannende Flüge machen. Das beste an der Labilität waren sanfte, gut markierte “Schlüich” soweit das Auge reicht und Aufwinde, die stundenlanges Soaren an wunderschönen Kanten erlaubten. Während der Sommer in ganz Zentraleuropa baden ging, strahlten uns täglich eine tolle Truppe begeisterter Piloten an. Lüüt, es war super mit euch! Wir freuen uns bereits auf die nächsten Abenteuer in Griechenland 2015.

Text und Bilder: Ramona Fischer

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