Los geht’s mit unseren San Fermo Camps

05.03.2017

Es geht wieder los! Wie jedes Jahr starteten wir auch dieses Frühjahr unsere bewährte Trainingssaison in San Fermo; egal ob das Rückwärtsstarten, Top- und Hanglanden oder das Warm-Kurbeln für die kommende Flugsaison im Vordergrund stehen, „üben macht den Meister“. Unterstützt von vielen Tipps und Videoanalysen und eingepackt in den voranschreitenden Frühling am Südalpenrand und die gute italienische Küche von Luca ist für jeden etwas dabei! Bis Mai erwarten uns wieder ereignisreiche und schöne Wochenenden in Italien.

Camp 1
Wir eröffneten das erste Camp mit einer motivierten und lernbegeisterten Truppe aufgrund einer spürbaren Nordlage mit Treffpunkt und einem Flugtag in Brescia. In Anbetracht des anhaltenden Dauerregens auf der Alpennordseite noch am frühen Morgen, waren einige nicht lange am Boden zu halten und starteten in die Nachmittagsthermik. Bis zum Abend herrschten feinste Bedingungen und viele schrieben sogleich mal die ersten Flugstunden auf’s diesjährige Konto.
Am Freitag legte die Nordlage nochmal deutlich zu, weshalb wir uns auf die Startanalysen des gestrigen Tages beschränken mussten. Dennoch – im T-Shirt in der Sonne liegen und auf ein „Gelato“ ins Tal – auch gut!

Das Wochenende präsentierte sich dann aber mit absolut perfekten „San Fermo-Bedingungen“, wie sie besser nicht hätten sein können. Lili und Thomas waren entweder ausdauernd in der Thermik oder über den Hang kitend zu finden, Mirjam und Pablo hätte man regelrecht aus dem Himmel schießen müssen, Matthis war zwischen dem Üben auch stets länger in der Luft verschwunden und auch Dominik, Andi, Florian und Peter landen nur am Startplatz ein, wenn es dann doch mal zu kalt wurde. Colin, Kyra, Thomas, Walti, Felix und Martin kamen wie am Fließband zum Toplandetraining angeflogen und auch Karin war unermüdlich den ganzen Tag am Handeln. Alle trainierten an ihrer „Baustelle“ und konnten persönliche Erfolgserlebnisse und schöne Flüge verzeichnen. Zusammen mit Luca’s Kochkünsten jeden Abend und einer Menge guter Stimmung rundum schöne Tage!


Camp 2
Unser zweites Camp der Saison startete wie gewohnt Donnerstag um 12 Uhr in Casazza am Landeplatz und nach einem ersten großen Hallo gefolgt von Briefing und Einweisung ging es sogleich los. Wir hatten es die ersten beiden Tage mit einer ungewohnt kräftigen Inversion zu tun, die unser Tal dermaßen dicht mit der trüben Poebenen-Luft füllte, dass gefühlt das Mittelmeer vor uns lag. Es folgte unsere kurze Übungsdemonstration, bevor alle Schirme ausgepackt wurden; einige nutzten sogleich die zaghaften Thermikblasen des Nachmittags. Als Thermik und Aufwinde nachließen lag der Trainingsschwerpunkt unweigerlich auf dem Hanglanden in San Antonio, bevor zu einem herbstähnlichen Abgleiter ins Haupttal gestartet wurde und einer nach dem anderen im Dunst verschwand. An der Apéro-Bar bei Gigi tauchten aber alle wieder auf!

Trotz Inversion ermöglichte uns der Freitag morgendliche Thermikkreise im Osthang – Bregi, Marc, Markus, Peter, Martin und René waren nicht lange zu halten und ausdauernd am Kreisen. Auch die Damen schlugen sich sehr gut – Ainoa, Monika und Olivia bewiesen ein feines Thermikhändchen. Die Challenge des Tages war das Toplanden; es reichte gerade so, wenn man einen kleinen Fußmarsch für die letzten Meter in Kauf nahm, was Marc, Bregi, Markus und Peter gerne taten. Einzig René segelte bis vor die Ruine. Die Windbedingungen wurden besser und Ainoa, Martin, Ueli, Barbara, Ronny, Christian, Sandro, Michael und Peter waren ausdauernd am Handeln und Trainieren, bevor auch die Thermik in der Südwestflanke einige Schläuche bereit hielt und sogar wieder „Gerade-so-Toplandungen“ ermöglichte… Nach dem Flug ins Tal, geselliger Apéro-Runde in der Bar und dem wie immer guten Essen von Luca waren dann schließlich doch alle erfolgreich müde.

Am Wochenende wechselte unsere Wettersituation auf eine Nordlage, die uns am Samstag zwar am Startplatz am Boden hielt, doch stellten sich dort perfekte Handling-Bedingungen ein, was fleissig genutzt wurde. Peter handelte souverän über die Wiese, Ueli löste seine bisherige Baustelle erfolgreich, Bregi lernte das Kiten und auch Olivia fräste gekonnt durch’s Gras. Als die Ablösungen recht stark wurden, waren lediglich Markus an Angi’s Schirm und Sandro an seinem Pi noch in Action, wobei sich letzterer definitiv den Ausdauerpreis verdiente. Abends wurde schließlich mit viel guter Stimmung den Tanzabend ordentlich aufgemischt, mitgetanzt und gefeiert bis Luca die Bar schloss.
Obwohl uns der Sonntag wieder in die Luft ließ, war dies jeweils ein kurzes Vergnügen gefolgt von unermüdlichem Hanglandetraining, bevor wir die Segel setzten und uns wieder auf den Weg nach Norden machten.
Trotz der nicht berauschenden Wetterprognose hatten wir gute Trainingsbedingungen und die Lernkurven zeigten steil nach oben – es wurde viel gehandelt, gestartet und analysiert und jeder ist seinen persönlichen Schritt weiter gekommen. Zusammen mit dem Wissen des Schlechtwetters daheim, der guten Pasta, den vielen Sonnenstunden und im Kreis der sehr netten Truppe vier super Tage!

Zu Olivias Camp-Bericht geht’s hier.


Camp 5 XL
Sieben Tage fliegen am Stück, das war unser erstes XL-Camp. Nicht nur auf dem San Fermo notabene sondern auch in benachbarten Gebieten, die allesamt eine neue Optik, spannende Ausgangslagen und abwechslungsreiche Erlebnisse boten. Vom Feinschliff beim Rückwärtsstart übers Zentrieren pulsierender Frühlingsthermik bis zu ersten Streckenausflügen war alles dabei. Von den unterhaltsamen Abenden ganz zu schweigen… Ein kleiner Bericht von Piet ist auf der Homepage der Emmentaler zu finden.


Camp 6
San Fermo in der sechsten Runde. Eine hochmotivierte Truppe traf sich zum 4-Tages Camp in Casazza und schon ging’s los. Donnerstag und Freitag präsentierte sich der San Fermo von seiner besten Schokoladenseite und die Bedingungen hätten nicht besser sein können. Eifrig wurde gehandelt, gestartet, in der Thermik gekreist und topgelandet. Dennis, Marco, Philippe, Meinrad, Thomas, Alex und Flo sah man meist kreuz und quer über den Startplatz kiten, René, Pädu, Michi und Jan waren unermüdlich am trainieren, Jürgen und Norbert waren gut unterwegs und Didi zog am liebsten Richtung Iseosee von dannen. Mit voller Frauenpower war auch unser großes Damenteam super unterwegs; Anastasia vollführte gefühlt tausend Touch and Go’s, Denise, Sonja, Corinna, Isabella, Karin und Lili drehten ihre Runden in der Thermik und kamen zu einer Toplandung nach der anderen zurück, Priska absolvierte ebenfalls erfolgreich ihre ersten Toplandungen, Renate trainierte fleissig das Groundhandeln und Marlise und Heidi schraubten sich egal von welcher Höhe in der Thermik gekonnt wieder ganz nach oben.

Auch die Groundhandling-Trainingseinheit am Samstag Vormittag wurde trotz noch tiefer Basis im nebelgrau motiviert durchgeführt, bevor Marco das spätere Flugfenster eröffnete.
Den Sonntag gab es noch einen Ausflug nach Brescia, wo zügig alle in der Luft waren und zum Abschluss nochmal über der Poebene aufdrehten. Als auch Philippe von seinem Brescia-Altstadt-Ausflug zurück und gelandet war, ging’s schließlich nach einem letzten Gelateria-Stopp heimwärts. Unser Oster-Camp – vier intensive Trainingstage, gute Pasta und eine super Stimmung!


Camp 7 XL
Unserem XL-Camp nach Ostern drückt in den ersten Tagen der Nordföhn seinen Stempel auf. Egal welche Wetter- oder Windkarte man öffnete, ein roter Teppich überzog fast flächendeckend den Alpensüdrand und die Poebene. Und rot verheisst für unsere „Zeitlupen-Fluggeräte“ nichts Gutes. Aber mitten im roten Bereich sorgen dunkelblaue Flecken mit durchaus fliegbaren Windgeschwindigkeiten für Hoffnung. So wie ein blaues Loch an einem wolkenverhangenen Himmel etwa. Jetzt braucht es viel Erfahrung und Lokalwissen, um sicher und entspannt in die Luft zu kommen. Wir lieben solche Herausforderungen, weil sie uns zu Kreativität zwingen. Die Wetterbriefings fallen deshalb etwas detaillierter aus und die Rückwärtsstarttechnik wird gleich bei authentischen Bedingungen am „echten“ Startplatz in Brescia auf die Probe gestellt. Dazu ein Temp wie eine Eins und „zack“ finden wir uns in der Disziplin Olympisches Sportfliegen wieder. So ist eben der Frühling manchmal. Wer genug gekurbelt hat, gönnt sich im Café oder der Birreria eine Trainingspause.

Ab Mitte Woche stellen sich klassische San Fermo Bedingungen ein, die alle zum stundenlangen Üben, Fliegen und x-fachen Toplanden motivierte. Luzi und Stefan waren kaum von ihren Schirmen zu trennen, letzterer maximal zur Mittagsstunde um den kleinen Speeder von Edi zu testen. Und es flog auch damit. Ganz kurz wenigstens. Edi selbst war neben dem Spielen meist zusammen mit Urs, Erich, Christa und Heiri in der Luft anzutreffen. Ob auf dem Panorama-Seerundflug oder einfach immer wieder zum ersten Schlauch und zurück. Ein cooles Video von Edi mit der Chase-Cam gibt’s übrigens hier.

Rookie Reto gewinnt das Fleissabzeichen der Woche, dicht gefolgt von Schirmkollege Franz. Am ersten Tag in Brescia überhöht Reto zum ersten Mal den Startplatz nach dem er von tief unten Anlauf nahm und seither ist er so richtig infiziert mit dem Thermik-Virus. Unermüdlich und immer mit einem Lachen auf den Lippen ist er am Groundhandeln und Fliegen. Am Ende der Woche klingt Andys Funkspruch so wie ein Ritterschlag: „Diesen Schlauch hast du wie ein Thermikprofi gedreht.“ Seine Frau Romana freut das natürlich genauso. Sie zeigt ihrerseits wie auch Nora, dass mit einer perfekten Technik mit wenigen Schritten abgehoben und gelandet werden kann. So fussgelenkschonend und elegant zugleich, dass ihnen bewundernde Blicke sicher waren.

Die Thermik blieb stark, so dass Sandra, Bea, Priska und Steffi schon mal die Ohren eingeklappt lassen mussten, um überhaupt wieder zum Zelt am Startplatz runterzukommen. Pirmin macht den Schirm-Generationentest mit dem neuen Epsilon 8 und war fortan kaum mehr von Mario zu unterscheiden. Wobei die Beinstellung am Ende verräterisch war…

Von Ruedi und René vernehmen wir spannende Geschichten aus den späten 80er-Jahren und 9-zelligen Gleitschirmen. Dass ihre Gradients heute etwas anders gestartet werden können, vollführen die beiden täglich mit wachsender Begeisterung und Coolness. Peter mit der kleinsten „Waffe“, einem Bergsteigerschirm, sagt der Thermik den Kampf an. Wünschte er sich manchmal lieber einen Tandem, drehte er plötzlich ins Orbit auf und zog seine Kreise stundenlang während wir unten am Startplatz fast durchfroren. Ein Finger sei dann tatsächlich noch etwas länger taub geblieben aber weil es da oben so wunderschön war, nahm Peter das gerne in Kauf.
Dank Dani aka „Grischun 1“ gab’s von Nora und Bea einen Romanisch-Kurs für Anfänger. Während sich alle mit einem Panini in die Sonne legen, dreht Dani gemütlich vor dem Startplatz auf und zieht davon. Als er Kurs zurück zur Toplandung nahm, ging das muntere Wetten los. Zu hoch oder doch zu tief? Definitiv zu tief. Also doch nochmals eine Ehrenrunde mit ausserplanmässiger Zwischenlandung, Re-Start, gekonntem hochdrehen und toplanden. Das Ganze wird am Funk mehr oder weniger perfekt romanisch kommentiert. Nur kriegt Dani das fröhliche Sprücheklopfen gar nicht mit, sein Funk war aus. Auf jeden Fall: Fitg bun!

Grazia fitg für die tolle Woche, lustig und lehrreich war’s auf jeden Fall.


Camp 8
Unser achtes Camp über den ersten Mai präsentierte sich an den letzten beiden Tagen im April mit wettertechnisch legendären Trainings- und Flugbedingungen. Als große Gruppe fanden sich viele Mitglieder des PSC Titlis um ihren Clubpräsidenten Roli zum gemeinsamen Trainieren am San Fermo ein; ein paar nette „Externe“ wurden herzlichst integriert und man genoss schöne Tage im sonnigen Italien.

Während der Freitag nur zaghafte erste Übungen und einen Abflug ins Tal erlaubte, konnten wir Samstag und Sonntag richtig durchstarten und jeder kam voll auf seine Kosten. Den ganzen Tag war die Wiese bunt gefärbt und es wurde gehandelt, topgelandet und eifrig in der Thermik gekreist. Wie im Wettbewerb zogen wir vormittags unter schönsten Wolkenbasen im großen streckenmotivierten Pulk zum Iseosee, der Ausflüge weit über’s Wasser erlaubte. Geschlossen ging’s dann zurück zum Toplanden und wem dies nicht reichte, der versuchte auf der anderen Talseite Anschluss zu kriegen. Yves, René, Sepp, Pia, Samuel, Thedy, Zufi, Christian, Martin Marlise, Werner und Ruedi waren die meiste Zeit in der Luft zu finden; René verlor den Schrecken vor dem Rückwärtsstarten, Siska wiederholte ausdauernd und erfolgreich ihren Trainingszirkel „Starten – Aufdrehen bis die Höhe reicht – Toplanden“, Roli wurde meist weit draussen über’m Iseosee oder hoch über dem Startplatz gesichtet, Patrick zeigte mehrfach, von wie tief unten man sich wieder in große Höhen ausgraben konnte, Chrigel und Dominik kiteten hin und her über den Startplatz und Andi war unermüdlich im Toplandeanflug.

Dass sich der erste Mai wettertechnisch eher als prädestinierter Abreisetag präsentierte, interessierte nach den erlebten intensiven Flug- und Trainingstagen im „Strahlewetter“ auch niemanden mehr; ein weiteres schönes Camp mit viel Airtime und Übungsstunden ging zu Ende; ein Dank an die super nette Truppe und bis zum nächsten Jahr mit dem PSC Titlis!


Camp 9
San Fermo ging mit Camp 9 für die Frühjahrssaison in die letzte Runde. Aufgrund schwieriger Wettersituation war die Runde etwas kleiner, die sich am Donnerstag in Casazza traf. Da der angekündigte Regen jedoch ausblieb, nutzten wir die Gunst der Stunde und legten gleich los mit dem Demonstrieren der Übungsschwerpunkte.

GP eröffnete das Flugfenster und schließlich fanden sich später alle noch am Landeplatz in Casazza und nachher bei Gigi in der Bar auf einen Drink ein. Den Freitag präsentierte sich der San Fermo dann doch so, wie wir ihn am liebsten haben und wartete den ganzen Tag mit guten Flugbedingungen auf. Da liessen sich die meisten nicht lange bitten; Jakob und Claudia waren permanent am Handeln oder Fliegen und starteten einen Toplandeanflug nach dem anderen. Thomas alias „Die rote Zora“ bewies enorme Ausdauer und bastelte über eine Stunde in der Ostflankenthermik, bevor er wieder am Startplatz einschwebte, GP und Erwin cruisten die ganze Zeit durch den Himmel und besonders Erwin vollführte gefühlt 2000 Toplandungen, Allard und Beat waren gleichermaßen unermüdlich und wetteiferten in der Anzahl der „Touch and Go’s“ am Startplatz, Werner und Felici waren meist in der Thermik zu finden, Frank übte sich im Kiten wenn er nicht gerade am fliegen war, David und Manuela wechselten immer wieder zwischen Flug- und Groundhandling-Einheit und auch Stefan und Sibylle waren ausdauernd am Trainieren – in der Luft wie am Boden. Andy und Sigi verschwanden ab und zu für einen kurzen Kaffee am Hanglandeplatz und Lucien legte nach der Starttrainingseinheit eine lange fliegende Pause in der Luft ein und suchte sich seinen ganz eigenen Landeplatz – zum Toplanden wollte er ja nicht kommen…

Am Samstag mussten wir vom Freitag träumen und machten nach ausgiebiger Videoanalyse die Altstadt von Bergamo unsicher, weil uns das versprochene Wetterfenster heute im Stich lies. Der Sonntag war nur geringfügig besser und so segelten die meisten noch ins Tal, bevor wir die Zelte abbrachen. Auch wenn es uns das Wetter nicht ganz einfach gemacht hat, so gab es doch technische Fortschritte und neue Erkenntnisse, einige Thermikkreise, Toplandungen und Stunden unter’m Schirm, Dank Luca jeden Abend ein feines Essen und jede Menge gute Stimmung – ein Dank an die hartgesottene nette Truppe!

Texte: Verena Siegl, Ramona Fischer
Bilder: Verena Siegl, Ramona Fischer, Michael Gebert, Federico Kutscheidt

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