Portugal – Klassisch gut

29.09.2016

Wir starteten unsere Rundreise diesmal wieder im Norden des Landes, somit trafen dort auch unsere „Fortsetzer“ der Nordspanien Reise und die frisch eingetroffenen „Portugiesen“ zusammen. Die schönen Startplätze in alle Himmelsrichtungen an der Grenze zu Galizien boten uns den ersten Tagen schöne Bedingungen. Während man am Morgen meist die Süd- oder Ostseite ansteuern konnte und man sich mit der teilweise noch starken Thermik anfreunden musste, bot der Nachmittag für alle sanfte thermodynamische Bedingungen bis in den Sonnenuntergang. Claudio, Renato und Dirk wechselten die Bergseite fliegerisch und erwarteten uns schon auf der Rückseite des Berges. Nachdem wir dachten, bei 2200m wäre Schluss, belehrte uns Zufi eines Besseren und funkte von 2600m und er wäre auf dem Weg zurück nach Chaves zum Hotel. Wir begegneten ihm dann erst am Abend wieder, nachdem wir auch zurück waren.

Nach zwei schönen Tagen ging die Reise weiter Richtung Süden. Bei Mirandela hiess es Hop oder Flop. Der Richtige Zeitpunkt war das entscheidende Kriterium um sauber in den stahlblauen Himmel zu verschwinden oder im Stechflug nach gefühlten 20 Sekunden wieder am Boden zu stehen. Zufi, wie immer souverän im ersten Schlauch, machte sich alsbald auf und davon. Irgendwann hörten wir dann verzweifelte Funksprüche: Zufi, der überzeugte Hochgebirgsflieger, war verloren im portugiesischen Flachland und auf der Suche nach markanten Abrisskanten, wie Gletschern oder Gipfelkreuzen…Nachdem wir ihm moralisch beistanden und ein kurzes mentales Training durchführten, drehte er souverän weiter, steuerte knallhart die imaginären Gletscherlinien an und wurde nicht mehr gesehen…

Joram, Renato, Walter und Jutta fingen dann auch stark an, aber der nächste Anschluss lies sie direkt im Stich und wir sammelten sie in diversen Kornfeldern wieder ein.
Thedy zeigte dann, dass Erfahrung einfach selten zu schlagen ist und flog gute 40 km bis in unsere nächste wunderschöne Unterkunft direkt in die Weinberge und an den Pool. Mit den anderen machten wir noch einen Abendflug an der gegenüberliegenden Kante; dort waren erstmal Technik und Schwachwindstartskills gefragt, um gut in die Luft zu kommen – dann spielte Serena eiskalt seinen „Heimvorteil“ aus und lies alle anderen weit unter sich.

Nun ging es weiter in die Serra da Estrella. Eine zähe Nebeldecke wurde noch abgewartet, dann war die Bahn frei und wir konnten den ganzen Tag entweder zum Thermik fliegen oder später die klassisch schönen Linhares-Bedingungen bis in den Sonnenuntergang geniessen. Renato machte sich auch hier auf, um die Unterkunft fliegerisch zu erreichen, Walter war wie immer unersättlich und nutzte den Tag bis zur letzten Minute und alle konnten satte Flugzeit auf ihr Konto verbuchen.

Heute gab es drei Pläne: Fliegen auf der Südseite, Stadtbesuch in Viseu und fliegen am Nachmittag. Alle wurden umgesetzt von jeweils einem Teil der Gruppe und am Nachmittag waren wir alle wieder pünktlich am Startplatz und es ging wieder perfekt bis in den Sonnenuntergang. Was nicht fehlen darf ist ein Besuch am Beach. Der letzte Tag sah vielversprechend aus, leider fehlten die magischen 5 Kmh Wind um es perfekt zu machen. So wurden fleissig die Schirmgrössen verschoben und die Leichtgewichte hatten den Vorteil, die sanften Bedingungen wenigstens etwas zu nutzen. Chantal stellte mit neuem Equipement eindeutig den Flugrekord des Tages auf. Aber auch so war es ein schöner Abschluss einer sehr lustigen und guten Reise und wir konnten den Tag gemütlich im Sonnenuntergang am Beach ausklingen lassen, bevor es wieder in Richtung Heimat ging.

Text: Michael Gebert
Bilder: Michael Gebert, Verena Siegl, Federico Kutscheidt

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